Sektion Mehrgenerationenarbeit beim Internetportal Lateinamerikanisches Netzwerk Gerontologie

Sylvia Korotky und Lida Blanc

Sylvia Korotky und Lida Blanc

Mehrgenerationenarbeit, die über den familiären Rahmen hinaus geht, stellt in Lateinamerika einen neuen Arbeitsansatz dar. Es gibt zwar recht viele gemeinsame Aktivitäten von jungen und alten Menschen, die aber selten gezielt das Miteinander der Generationen und seine Wirkungen für die Beteiligten in den Blick nehmen. Dennoch haben sich, auch mit Unterstützung der Stiftung Seniorenhilfe weltweit, verschiedene Initiativen entwickelt, die versuchen, in ihren Vorhaben sowohl die Bedürfnisse der alten Menschen als auch der Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen. Allerdings gibt es wenig Kontakt und Austausch zwischen den Institutionen, haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und Interessierten.

Beim Austausch mit Fortbildnerinnen und dem Lateinamerikanischen Netzwerk Gerontologie (RLG -Red Latinoamericana de Gerontología – www.gerontologia.org) über die Möglichkeiten, den Mehrgenerationenbereich zu stärken, hat sich der Vorschlag entwickelt, dem Thema im RLG einen eigenen Platz einzuräumen. Seit Ende März 2015 gibt es die Sektion Mehrgenerationenarbeit, die von den Professorinnen Sylvia Korotky und Lida Blanc aus Montevideo/Uruguay, mit denen die Stiftung Seniorenhilfe weltweit bereits zusammen gearbeitet hat, betreut wird.

Die Sektion Mehrgenerationenarbeit möchte Raum geben für den Austausch über Praxiserfahrungen, Studien, theoretische und konzeptionelle Entwicklungen und neue Veröffentlichungen. Dieses Ziel soll erreicht werden durch:

  • die Veröffentlichung von Veranstaltungen und Meldungen,
  • den Aufbau eines Kommunikationskanals für Interessierte,
  • aktuelle Information zum Thema und
  • den erleichterten Zugang zu Praxiserfahrungen.

Das Koordinationsteam hofft, dass die Einrichtung der Sektion Mehrgenerationenarbeit dazu beiträgt, der Mehrgenerationenarbeit eine breitere Basis zu geben. Kontakt zum Koordinationsteam (Spanisch und Englisch): intergeneracional@gerontologia.org

Es liegen inzwischen die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt im Jahr 2015 vor: Seit April werden durchschnittlich zweimal monatlich Texte, Informationen und Dokumente in die Sektion „Mehrgenerationenarbeit“ eingestellt. Dabei musste das Team feststellen, dass Erfahrungen aus der Mehrgenerationenarbeit, die es zweifelsohne gibt, häufig nicht dokumentiert werden und daher Interessierten bedauerlicherweise auch nicht zur Verfügung gestellt werden können. – Bis Ende Dezember 2015 wurden 2.249 Dokumente heruntergeladen, also nicht nur angeklickt und gelesen. Es fällt auf, dass insbesondere Praxiserfahrungen abgerufen werden.

Die Stiftung Seniorenhilfe weltweit hatte zunächst die Kosten für das Jahr 2015 übernommen mit der Perspektive, das Projekt bei guten Ergebnissen zwei Jahre weiter zu führen. Nach einem Austausch mit dem Koordinierungsteam und der Koordinatorin des Lateinamerikanischen Netzwerks Gerontologie hat sich die Stiftung Seniorenhilfe weltweit entschieden, für die Jahre 2016 und 2017 insgesamt € 7.500,00 bereit zu stellen. Das Team wird einen Schwerpunkt auf den Ausbau des Kommunikationsnetzes mit Interessierten und die Veröffentlichung von Praxiserfahrung legen.

(Februar 2016)

Es liegen die statistischen Angaben über die Nutzung der Sektion Mehrgenerationenarbeit beim Lateinischen Netzwerk Gerontologie (www.gerontologia.org) zum 30. November 2016 vor. Erfreulicherweise wurde die Sektion sehr viel stärker als im Jahr 2015, als die Sektion eingerichtet wurde, genutzt. Von Januar bis November 2016 sind insgesamt 7.133 Dokumente heruntergeladen worden. Aus Erfahrung wissen wir, dass heruntergeladene Dokumente von mehr als einer Person gelesen werden, so dass noch mehr Menschen, als die Zahl der Dokumente zunächst vermuten lässt, erreicht werden konnten. Die Nutzer/innen sind auch weiterhin insbesondere an den Dokumenten, die Erfahrungen der Praxis schildern, interessiert, aber auch theoretische Texte werden zahlreich heruntergeladen.

Es ist weiterhin schwierig, Dokumente zum Thema zu erhalten, dennoch gelingt es, regelmäßig zwei neue Texte monatlich einzustellen. Es ist zu erwarten, dass mit dem zunehmenden Bekanntheitsgrad der Sektion Mehrgenerationenarbeit auch der Zugang zu Material einfacher zu erschließen ist.

Lida Blanc, Mitglied des Koordinationsteams, hatte beim Internationalen Seminar “Desarrollo Futuro. Uniendo Generaciones“ (etwa: Zukünftige Entwicklung. Die Generationen verbinden sich.) in Antofagasta/Chile, wo es um das Miteinander der Generationen ging, Gelegenheit, auf die Sektion aufmerksam zu machen. Auch die Teilnehmer/innen der Workshops über Generationenbeziehungen sind an den Dokumenten interessiert.

(Februar 2017)

Die Sektion Mehrgenerationenarbeit beim Internetportal Lateinamerikanisches Netzwerk Gerontologie besteht seit April 2015, d.h. inzwischen mehr als zwei Jahre. Monatlich werden zwei thematische Beiträge eingestellt. Bis Ende Juni 2017 waren es insgesamt 40 Dokumente, die bisher 15.000 Mal heruntergeladen worden sind, was für das bestehende Interesse an der Thematik spricht.

(Juli 2017)