Geschlechterbezogene Unterschiede von Rentenbezügen in Chile

Altern findet weltweit unterschiedlich statt. Bei genauerer Betrachtung sind aber immer wieder Gemeinsamkeiten festzustellen. In Deutschland wird seit Jahren darüber diskutiert, dass die Altersbezüge von Frauen geringer sind als die von Männern.  Die Durchschnittrente von Männern betrug im Jahr 2025 € 1.405,00, die von Frauen € 955,00. Der Unterschied ist erheblich. Obwohl das System der Alterssicherung in Chile anders ist als in Deutschland, hat eine Studie der Hochschule für Sozialwesen (Escuela de Trabajo Social) der Katholischen Universität Maule ebenfalls Unterschiede in der Höhe der Altersbezüge von Männern und Frauen festgestellt..

Die unterschiedlichen Erwerbsbiographien von Männern und Frauen wirken sich bis ins Alter aus, sodass Seniorinnen besonders von Altersarmut betroffen sind. Gründe dafür liegen sowohl in Chile als auch in Deutschland in der vergleichsweise geringeren Schul- und Berufsausbildung der Mädchen und Frauen, unregelmäßigen Beitragszahlungen in das Rentensystem durch häusliche Tätigkeiten und die Versorgung von Kindern und niedrigeren Einkommen.  Die lebenslange Diskriminierung von Frauen kulminiert also im Alter. In Lateinamerika ist zusätzlich noch zu berücksichtigen, dass die Mehrheit der heute alten Menschen kein regelmäßiges Einkommen hat, weil nie Beiträge in die Rentenkassen gezahlt wurden. In einigen Ländern Lateinamerikas gibt es inzwischen Sozialsysteme, die einen größeren Personenkreis in das System sozialer Sicherung einbeziehen.

Die wirtschaftliche Lage alter Frauen in Lateinamerika – und in Deutschland – und die Ungleichheit der Altersbezüge zwischen Männern und Frauen wird sich erst ändern, wenn die lebenslange Diskriminierung von Mädchen und Frauen reduziert wird.

Quelle: www.gerontologia.org, 8 de marzo de 2026: El actual sistema de pensiones como mecanismo reproductor de la inequidad de género en la vejez. Crespo Amigo, J.A. (2020)