Seniorengärten und Ernährungshilfe – Altsein in Coronazeiten in Cantel/Guatemala

Seit Mai 2020 kann wegen der Corona-Pandemie die eigentliche Seniorenarbeit nicht durchgeführt werden, sondern mehr als 100 alte Menschen erhalten monatlich Lebensmittelpakete. Die Regierung Guatemalas verteilt mit Hilfe der Stadtverwaltungen zwar wegen der Pandemie inzwischen Lebensmittel an die Bevölkerung, sodass unser Projektpartner, der Verein Le K’AT in Cantel in der Region Quetzaltenango, sich um die Einbeziehung der Senioren/innen in das Programm bemüht hat. Aber leider erfolgt die Verteilung der Lebensmittel nicht nach Bedürftigkeit, sondern nach Kriterien wie Verwandtschaft, Zugehörigkeit zur selben Partei u.ä. Der Verein bzw. die alten Menschen im Seniorenprogramm, ohne partei-politischen Einfluss, haben daher keine Chance, öffentliche Hilfe zu erhalten. Die Ernährungshilfe des Vereins ist daher immer noch nötig und muss fortgeführt werden. Die Stiftung Seniorenhilfe weltweit ist dabei behilflich.

Beim ersten Kurs für biointensiven Gemüseanbau helfen die Männer beim Ausgraben einer Grube, die dann mit gehacktem Pflanzenmaterial aufgefüllt wird. Die oberste Schicht ist Erde mit Kompost und Tierdung vermischt.

So wichtig die Ernährungshilfe auch ist, haben die Verantwortlichen des Vereins Le K’AT die Idee nicht aufgegeben, dass die Arbeit mit Senioren/innen mehr sein sollte als das Verteilen von Lebensmitteln. So ist dann der Vorschlag entwickelt worden, die Senioren/innen einzuladen, bei ihren Häusern Gemüsegärten anzulegen, damit sie einen eigenen Beitrag zu ihrer Ernährung leisten.

Im Dezember 2020 konnte dann mit der Förderung des biologischen Gemüseanbaus mit dem Ziel einer ergänzenden Selbstversorgung begonnen werden. 27 Senioren/innen haben sich angemeldet und sind im Freien in kleinen Gruppen in den biointensiven Gemüseanbau eingeführt worden, damit sie ihren eigenen Garten anlegen können. Bei den Treffen wird auch immer überlegt, welche Pflanzen und Kräuter zur Herstellung von medizinischen Hausmitteln geeignet sind, der Gesundheit nutzen und wenig kosten.

Die Frauen pflanzen unter Anleitung von Hugo Cortez, dem Verantwortlichen für das Projekt, Zwiebelstecklinge.

Für die Ernährungshilfe (€ 2.500,00) und die Förderung von Gemüsegärten in Cantel (€ 5.800) hat die Stiftung Seniorenhilfe weltweit für das Jahr 2021 € 8.300,00 zur Verfügung gestellt. Der Verein Le K’AT trägt zu den Kosten bei.

April 2021

 

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